Neues Konzept zum Umgang mit Grenzverletzungen

2.07.2026

Wo Menschen auf engem Raum zusammenleben und in Beziehung treten, kommt es zwangsläufig zu Grenzüberschreitungen. Diese können zunächst alltäglich und harmlos erscheinen – beispielsweise in Form von Beleidigungen oder unbedachten Handlungen – reichen aber bis hin zu schwerwiegenden Übergriffen.

Im Kinder- und Jugendheim Laufen wird diesem Thema deshalb seit vielen Jahren die entsprechende Aufmerksamkeit geschenkt. Konzeptbausteine, Weiterbildungen und klar definierte interne Abläufe haben dazu beigetragen, Grenzverletzungen vorzubeugen und einen professionellen Umgang sicherzustellen. Bisher war diese komplexe und vielschichtige Thematik im Betriebskonzept jedoch an verschiedenen Stellen geregelt und es fehlte ein zusammenhängender Überblick aller relevanter Informationen. Aus diesem Grund wurde das Wissen gebündelt und unter dem Titel «Umgang mit Grenzverletzungen (inkl. Schutzkonzept)» zusammengeführt. Ziel ist es, Klarheit zu schaffen, Orientierung zu geben und die Handlungssicherheit für alle Beteiligten zu stärken.

Das neue Konzept verfolgt mehrere zentrale Anliegen: Es beschreibt präventive Massnahmen, legt verbindliche Vorgehensweisen im Umgang mit Grenzverletzungen fest und regelt deren Dokumentation. Gleichzeitig soll es die Sensibilität für das Thema erhöhen und eine Kultur fördern, in der hingeschaut und darüber gesprochen wird. Transparenz und klare Zuständigkeiten tragen dazu bei, sowohl die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen als auch die Mitarbeitenden zu schützen.

Ein wichtiger Bestandteil ist die differenzierte Betrachtung von Grenzverletzungen. Diese können zwischen verschiedenen Personengruppen auftreten – etwa unter Bewohnenden, zwischen Bewohnenden und Mitarbeitenden oder innerhalb des Teams – und reichen von irritierenden Verhaltensweisen bis hin zu schweren Übergriffen. Ein Einstufungsraster hilft dabei, Situationen einzuordnen und angemessen darauf zu reagieren. Dabei gilt: Jede Situation ist individuell und erfordert eine fachliche Einschätzung – feste «Rezepte» gibt es nicht.

Das Konzept betont zudem grundlegende Werte wie Achtsamkeit, Respekt und die Verantwortung im Umgang mit bestehenden Machtverhältnissen. Es schafft verbindliche Leitlinien durch einen Kodex und definiert klare Meldewege sowie Abläufe im Ereignisfall.

Letztlich ist das Konzept ein Baustein der Qualitätssicherung. Es soll dazu beitragen, einen sicheren Ort zu gestalten, an dem Kinder und Jugendliche sich entwickeln können – und an dem auch Mitarbeitende in einem anspruchsvollen Arbeitsumfeld Orientierung und Unterstützung finden.

Michael Durrer, stv. Heimleiter

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